Begeisterung, Stolz und große Erleichterung: Das sind die Emotionen, die Karena
Schultheiß, Elke Krause und Tilman Zschirpe aus Leipzig direkt bei der Verkündung
der Resultate auf den Gesichtern stehen. Mit einer beeindruckenden Bilanz –
zweimal Silber und einmal Bronze – punkteten die Rollstuhl-Kämpfer von Rollstuhl-
Karate Deutschland e. V. gestern, am 28. März, bei der zweiten Deutschen
Meisterschaft für Menschen mit Behinderung in Erfurt. ...
Karena Schultheiß und Tilman Zschirpe, das sind die neuen Vize-Deutschen Meister in der Disziplin Rollstuhl-Karate. Bei den Frauen punktete außerdem Elke Krause, die ganz knapp hinter ihrer Teamkameradin auf dem Bronzerang landete. Insgesamt gingen in der Disziplin Rollstuhl-Karate acht Athleten an den Start – vier Frauen und vier Männer, die auch getrennt von einander bewertet wurden.
Die Trainerin der drei Athleten, Sonja Stockmann, ist stolz auf das erstklassige Abschneiden ihrer Schützlinge: „Besonders Tilman hat uns richtig überrascht. Er trainiert erst seit einem halben Jahr Rollstuhl-Karate und hat heute die beste Kata präsentiert, die ich je von ihm gesehen habe.“ Für Karena Schultheiß, die als einzige Leipzigerin bereits im letzten Jahr an der Deutschen Meisterschaft teilgenommen hat, ist dieser zweite Platz eine riesige Freude und Bestätigung ihrer guten Leistung. Mit einem Lächeln erklärt sie: „Mit der Silbermedaille habe ich mir selbst ein schönes Geschenk gemacht, denn morgen habe ich Geburtstag. Sie bekommt einen Ehrenplatz direkt neben der Silbermedaille aus dem letzten Jahr.“
Das Erfolgsrezept – intensives Training
Für diese sehr guten Leistungen haben die drei Rollstuhl-Kämpfer in den letzten zwei Monaten besonders hart trainiert. Zweimal in der Woche hieß es Techniktraining und immer wieder an der exakten Ausführung der Kampftechniken zu feilen. „Unsere drei Rollis haben mit ganz viel Einsatz trainiert und versucht jeden Hinweis von uns Trainern immer wieder umzusetzen. Dabei sind viele Techniken wirklich schwer, selbst für „Läufer“ – so nennen sie nämlich uns nicht-behinderte Karateka“, erklärt Stockmann. Und das strenge Training hat Früchte getragen. Nach dieser Meisterschaft wird es, laut Trainerin Stockmann, einige Gürtelprüfungen im Verein geben, bei denen die Rollstuhl-Kämpfer noch einmal ihr Können unter Beweis stellen müssen.
Sachsen sind Spitze
„Die Unterstützung des SBV – Sächsischen Behinderten- und Versehrtensport¬verbandes war für uns unglaublich wichtig. Allein der logistische Aufwand mit drei Rollstühlen an Bord zu reisen, ist nicht ganz einfach“ erläutert Stockmann. Neben dem Verbandsbus stellte der SBV außerdem die Teamkleidung der Mannschaft. Und die sorgte bei der Meisterschaft für gute Laune, auch bei den anderen Athleten. Immerhin ist der sächsische Leitspruch, der groß auf dem T-Shirt prangt, „Sachsen sind Spitze“. Und das können die Leipziger dann auch im nächsten Jahr wieder unter Beweis stellen, wenn die dritte Deutsche Meisterschaft für Menschen mit Behinderung ansteht.
Der Verein: RKD – Rollstuhl-Karate Deutschland e. V.
Der Verein wurde vor sieben Jahr gegründet, um die Sportart „Karate“ für Rollstuhlfahrer zu fördern. Damit ist der Verein Vorreiter in Deutschland. Inzwischen konnten neben der Leipziger Rollstuhl-Karate-Gruppe Rollstuhl-Gruppen in Erfurt und Berlin aufgebaut werden. Auch in diesem Jahr wird der Verein RKD wieder einen Rollstuhl-Karate-Workshop mit dem japanischen Karatemeister Tadashi Ishikawa, dem Mitbegründer des Rollstuhl-Karate, durchführen. Dieser Workshop richtet an Karate-Trainer und an Rollstuhlfahrer und soll ihnen die Möglichkeiten der Kampfkunst näher bringen. www.rollstuhl-karate.de