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15 Teilnehmer lernen am Wochenende Karate auf Rädern | Drucken |
Sonntag, 25. Oktober 2009 um 17:39 Uhr

Insgesamt 15 Teilnehmer haben am vergangenen Wochenende, vom 23. bis 25. Oktober 2009 die Gelegenheit genutzt, um sich gemeinsam mit Rollstuhl-Karate zu beschäftigen. Das Interesse an der noch relativ unbekannten Sportart ist enorm. Das bewies am Wochenende vor allem Silvan Bürgler aus der Schweiz, der eigens für dieses Ausbildungswochenende die achtstündige Anreise bis ins Sporthotel in Naumburg auf sich nahm. Ganz allein machte sich der mobile Rollstuhlfahrer mit Schiff, Zug und Bus auf die lange Reise, um Rollstuhl-Karate kennenzulernen. Sein Resümee zum Wochenende: „Ich nehme viele Ideen und neue Inhalte mit nach Hause. Das war die lange Reise wert.“ Neben ihm reisten Rollstuhlfahrer und Karate­trainer aus Berlin, Potsdam und Leipzig an.

 

 

Angeboten wurde die Weiterbildung vom Leipziger Verband RKD – Rollstuhl-Karate Deutschland e. V. „Wir freuen uns natürlich über die gute Resonanz auf unser Angebot. Bereits seit sechs Jahren bieten wir Kurzlehrgänge für Rollstuhlfahrer und Trainer an. In diesem Jahr haben wir erstmals ein ganzes Wochenende geplant und das kam super an“, freut sich Frank Heimbucher, Geschäftsführer und Trainer von RKD.  In mehreren Trainingslektionen vermittelten drei Referenten des Verbandes die Grundlagen des Sports und trainierten mit den Teilnehmern drei spezielle Rollstuhl-Katas.

 

Neue Perspektiven im Rollstuhl

Neben sechs Rollstuhlfahrern setzten sich an diesem Wochenende auch acht Karatetrainer in das ungewöhnliche Trainingsgerät – den Rollstuhl. „Auch als sonst laufender Trainer muss man den Rollstuhl kennen. Zum einen lassen sich die Karatetechniken durch direktes Vorführen viel besser vermitteln. Zum anderen erhält man so eine ganz andere Perspektive, kann aber auch testen, welche Techniken funktionieren und wie sie umgestellt werden müssen, damit sie auch in einer Sitzposition effektiv wirken“, erklärt Sonja Stockmann, Präsidentin und Trainerin von RKD. In knapp sieben Trainingsstunden lernte die gemischte Gruppe aus Roll­stuhl­fahrern und Trainer den sportlichen Umgang mit dem Rollstuhl. Denn auch für die Rollstuhl­fahrer war die spezielle Fahrtechnik, die im Rollstuhl-Karate angewen­det wird, neu und ungewohnt. Doch mit viel Enthusiasmus und vollem Einsatz meisterten alle Teilnehmer das umfangreiche Trainingsprogramm. Im Zentrum der Übungs­stunden standen an diesem Wochenende drei Rollstuhl-Karate-Katas. Das sind festgelegte Technikabläufe, die speziell auf den Rollstuhl abgestimmt wurden. Selbst für die erfahrenen Karatetrainer hatten es die komplexen Abläufe jedoch in sich: „Ich haben mir einige Knoten in die Arme gemacht, aber es war toll“, fasst Georg Geschke, Karateverein Kimura-Shukokai Potsdam e. V., seine Eindrücke vom Wochenende zusammen.

 

Begeisterung bei allen Teilnehmern

Die Teilnehmer zeigten sich von diesem Wochenende durchweg positiv überrascht. Auch wenn viele bereits über langjährige Karateerfahrung verfügen, kamen sie weitestgehend ohne feste Vorstellungen von der Sportart Rollstuhl-Karate. „Ich bin von diesem Wochenende richtig angenehm überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass Rollstuhl-Karate so anstrengend ist und man mit einfachen Übungen – gerade in Sachen Beweglichkeit und Rumpf-Stabilisierung – bei Rollstuhlfahrern so gute Ergebnisse erzielen kann“ sagte Teilnehmer und Physiotherapeut Mirko Will vom Berliner Karateverein JKA Pankow e. V. Er hat bereits Pläne für den Aufbau einer eigenen Rollstuhl-Karate-Gruppe in seinem Verein, so dass die Weiterbildung eine gute Grundlage für das zukünftige Training bildet. Auch für die Ausrichter von RKD war das Wochenende ein voller Erfolg. Pläne für die nächste Weiterbildung im Jahr 2010 sind bereits gemacht. Informationen dazu sind in Kürze unter WEITERBILDUNG abzurufen.

 

Fotos von diesem Wochenende finden Sie in der Fotogalerie!

 

 

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